Dienstag, 20. Januar 2026

Mal eben so nebenbei – Wie viel Zeit frisst ein Buchblog?




„Mal eben nebenbei einen Buchblog führen.“

So oder so ähnlich stellen sich viele das vor. Ein bisschen lesen, ein paar Gedanken dazu aufschreiben, veröffentlichen, fertig. Ein Hobby eben. Nichts, was groß ins Gewicht fällt.
Irgendwann merkt man jedoch, dass dieses „nebenbei“ erstaunlich viel Raum einnimmt. Zeitlich. Gedanklich. Emotional.

Der Blog läuft nicht einfach mit, sondern begleitet einen durch den Alltag: beim Lesen, beim Fotografieren, beim Scrollen durch Social Media, beim Planen neuer Beiträge und oft auch dann noch, wenn der Laptop längst zugeklappt ist.
 
Vor Monaten bin ich auf einen Blogbeitrag von Linda liest gestoßen und fand es interessant, wie sie das Thema Zeit aufgearbeitet hat.
Ich wollte aus diesem Grund auch einmal genauer wissen, wie viel Zeit tatsächlich in einem Blog steckt.
Wofür geht sie drauf? Was frisst am meisten Zeit?
Also habe ich seit April letzten Jahres bis Ende Dezember die Minuten getrackt, die in den Blog geflossen sind.
 

Ähnlich wie Linda habe ich in Clockify dabei verschiedene Kategorien angelegt und die Minuten mitlaufen lassen.
Buchbloggen besteht nicht aus ein, zwei klar umrissenen Aufgaben, sondern aus vielen kleinen Tätigkeiten, die Aufmerksamkeit, Energie und Zeit verlangen. Vor allem mentale Energie. Selbst dann, wenn man gerade „nur liest“ oder „mal eben Instagram checkt“.

Insgesamt hat der Blog innerhalb von 9 Monaten 685h und 21 Minuten geschluckt. Umgerechnet sind das 28 Tagen, 13 Stunden und 21 Minuten am Stück ohne Pause. Das entspricht im Schnitt:

· ≈ 76 Stunden pro Monat
· ≈ 17–18 Stunden pro Woche
· ≈ 2,5 Stunden pro Tag

Zwei Stunden am Tag klingt wenig, fühlt sich aber nie wie „eine Stunde“ an, weil sie sich über Lesen, Denken, Scrollen, Schreiben, Planen und Nachbereiten verteilt.



Das Kreisdiagramm zeigt die gesamte getrackte Zeit von 685 Stunden verteilt auf alle Aufgaben rund um den Buchblog.

Am größten ist - und wenig überraschend für mich – der Anteil fürs Lesen. Rund ein Drittel der gesamten Zeit fließt direkt in Bücher. 

Direkt danach folgen jedoch Bereiche, die man von außen oft unterschätzt:

· Podcast-Arbeit: Recherche, Vorbereitung, Aufnahme, Nachbearbeitung 
· Blogbeiträge schreiben: inklusive Planung, Überarbeitung und Feinschliff
· Instagram-Beiträge erstellen: Texte, Hashtags, Storys, Interaktion
· Fotos erstellen & bearbeiten: von der Idee bis zum finalen Format
· Blog-Wartung & Updates: Technik, Pflege, Seitenaufbau
· Content-Planung & Recherche: Dinge, die ebenfalls notwendig sind, wie Recherche zu Neuerscheinungen und wann postet man was, welche Ideen verschieben sich

Besonders spannend ist, wie viele einzelne Bereiche jeweils „nur ein paar Stunden“ ausmachen, sich aber im Gesamten zu vielen Stunden addieren,

Nach dem Lesen kommt direkt Social Medial.
Kommentieren, Neuigkeiten checken bei Verlagen und Autoren, Storys schauen, selbst posten, Nachrichten beantworten, Austausch mit anderen Buchblogger:innen…
All das summiert sich schneller, als man denkt. Gerade abends auf der Couch oder wenn man pendelt, beim Arzt wartet, verliert man leicht das Gefühl dafür, wie viel Zeit tatsächlich vergeht.
Und trotzdem: Diese Zeit ist nicht einfach „verloren“. Social Media ist Austausch, Community, Inspiration und Netzwerk zugleich. Es ist ein Bereich, der sehr viel Aufmerksamkeit fordert und der sich selten klar begrenzen lässt.

Schreiben, Planen, Pflegen – der unsichtbare Teil

Was von außen oft unterschätzt wird, sind all die kleinen, unscheinbaren Aufgaben:
· Blogbeiträge schreiben und überarbeiten
· Content planen
· Updates suchen
· Blogpflege und technische Wartung
· Mails/Kommentare beantworten

Die investierte Zeit ist nicht wenig und trotzdem habe ich ständig das Gefühl, dass viel liegen bleibt. Ideenlisten werden länger, angefangene Entwürfe warten, weil Energie, Fokus oder schlicht Zeit fehlen.

Fotos: machen, auswählen, bearbeiten

Ein weiterer großer Zeitblock ist die Fotografie. Bücher fotografieren, verschiedene Setups ausprobieren, Licht testen, Serien aufnehmen, aussortieren, zuschneiden und bearbeiten.
Von zehn Fotos sind 9 unbrauchbar. Es hört ja nicht bei einem Foto für eine Rezension auf, sondern es gibt ja auch die Neuerscheinungen, Monatsrückblicke etc.pp. Diese Fotos zählen auch dazu.


Eine Rezension und was alles dranhängt

Was nach außen wie „eine kurze Rezension“ wirkt, ist in Wahrheit ein ganzer Prozess:

Lesen → Schreiben → Korrekturlesen → Buchdaten einpflegen → Bild auswählen → Bilder bearbeiten → Plattformen anpassen → Postings vorbereiten → Veröffentlichen → → Storys posten → Blogpflege.

Und all das unter Berücksichtigung von Zeichenbegrenzungen und Bildformate. Für den Blog benötige ich ein anderes Format als für Instagram. Auch das fliest mit hinein, wenn diese Formate geändert werden müssen und wir sind dann wieder beim Thema Bildbearbeitung.


Fazit: Ein Hobby, das viel mehr ist als ein Hobby

Ich liebe meinen Buchblog. Ich habe unglaublich viel gelernt übers Schreiben, Bildbearbeitung, Webseiten, HTML Codes und Marketing. Ich würde nichts davon missen wollen.

Aber ich hätte mir niemals vorstellen können, wie viel Arbeit und Zeit dieser Blog tatsächlich verschlingt.

Buchbloggen ist kein leichtes Hobby. Es ist etwas, was man mit Herzblut macht und nicht „mal eben nebenbei“.

Ich kann Lindas Satz nur unterschreiben: Vielleicht hilft es dem ein oder anderen von euch zu entscheiden, ob man diese Zeit in einen Blog stecken möchte und ob das überhaupt in Frage kommt. Vielleicht hilft es euch auch mal die Zeiten zu tracken und zu schauen, wo man etwas verbessern kann?





3 Kommentare:

  1. Hi!

    Ich hab den Beitrag von Linda damals auch gesehen und du hast dir auch die Uhr extra jedes Mal gestellt ... das wäre mir tatsächlich zu mühlselig *lach* Ich weiß, dass ich schon alleine morgens, jeden Tag, 1- 2 Stunden am Blog sitze. Und dann kommen noch so nebenbei Zeiten dazu wie jetzt gerade... Also 2 Stunden minimum würde ich sagen und da ist das Lesen noch gar nicht dabei :)

    Aber ich finde auch, dass das Bloggen sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Manche posten "nur" 1 x die Woche einen Beitrag und sind nicht auf social media aktiv. Das kann man auch machen, wenn es ihnen so passt - es soll ja Spaß machen. Und mir macht es Spaß auch wenn viel Zeit drauf geht - sonst würde ich es nicht machen ;)

    Solche Aussagen kommen immer wieder, dass Bloggen ja nicht viel Zeit beansprucht, aber die gehen an mir vorbei. Ich weiß ja, wie viel Zeit ich mir nehme, gerade auch zum Kommentieren und dem Austausch mit anderen. Das ist mir am wichtigsten und da lege ich auch den Fokus drauf.

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Hallo,
    ja, Du hast es auf den Punkt gebracht. Bloggen braucht seine Zeit. Das habe ich auch bemerkt. Aber mir macht es (noch) Spaß und so investiere ich gerne die Zeit. Im Sommer zum Beispiel bin ich viel draußen, da blogge ich weniger. Denn da ist mir die Zeit draußen wichtiger.
    Aber mir wäre das auch zu anstrenggend, da die Zeit mitzumessen. Trotzdem finde ich das voll interessant :-)
    Liebe Grüße
    Anja

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  3. Guten Morgen! Deinen Beitrag hab ich heute gerne auch in meiner Stöberrunde dabei.
    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Aleshanee

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