Samstag, 21. Februar 2026

Keine Lust zu posten (Wenn der Algorithmus mit der Peitsche hinter dir steht und schreit, aber deine Motivation einfach „Nö“ sagt)




Egal, ob Winterdepression, privates Leben oder einfach keine Lust. Früher oder später ergreift jeden Mal die Flaute von „Ich habe keine Lust“. Alles fühlt sich sinnfrei an und man kann sich nicht aufraffen. Man fühlt sich vom Algorithmus gestresst und ausgebrannt, weil man ständig liefern soll.

Dazu kommt dann, dass man durch die vermeintlich perfekten Reels und Fotos sieht mit so viel mehr Likes und Kommentare, während der Inhalt eigentlich nichts aussagend ist. Dazu kommen dann irgendwelche Anzeigen von Coaches mit „Content in 30 Minuten für einen Monat schaffen“ und „Du MUSST posten“.

Irgendwo zwischen „Du musst Qualität und Regelmäßigkeit“ merkst du: Ich. Will. Nicht.

Nicht, weil du nichts zu sagen hättest.
Nicht, weil du dein Thema nicht liebst.

Sondern weil du gerade keine Lust hast, sondern weil es dich nervt, dass du immer 200% geben sollst, damit Social Media dich lieb hat und du gesehen und gehört wirst.
Und das ist okay.



Es ist ganz normal, dass es Phasen gibt, wo man hochmotiviert ist und dann den Absturz bekommt, weil man einfach mal Abstand braucht vom ständigen liefern, liefern, liefern.







Die unsichtbare Spirale


Was danach passiert, ist oft subtil:
  • Du überlegst beim nächsten Post länger.
  • Du wirst vorsichtiger.
  • Gefälliger.

Du denkst:
  • Sollte ich doch regelmäßiger posten?
  • Muss ich mehr liefern?
  • War die Pause ein Fehler?
  • Werde ich irrelevant?

Und zack, bist du nicht mehr aus Freude online, sondern aus Angst vor Verlust.

Das ist der Moment, in dem Social Media vom Spielplatz zur Bühne wird und du plötzlich performst, statt zu sprechen.

Die unbequeme Wahrheit


Menschen entfolgen aus tausend Gründen:
  • Ihr Feed ist zu voll.
  • Sie sind gerade nicht im Lesemodus.
  • Dein Thema passt nicht mehr zu ihrer Lebensphase.
  • Sie sortieren radikal aus.
  • Der Algorithmus zeigt sie dir eh kaum noch.
  • Sie wollten eigentlich nie folgen, sondern nur bei einem Gewinnspiel mitmachen.

Nur selten lautet der Gedanke: „Diese Person ist wertlos.“
Aber unser Kopf macht genau diese Übersetzung.




Eine andere Perspektive

Entfolgen ist auch Selektion.
Es sortiert die aus, die nur Konsum wollten.

Die, die bleiben, bleiben wegen Haltung. Stimme. Persönlichkeit.
Vielleicht ist eine Pause sogar ein Filter.

Was ich gelernt habe, wenn ich keine Lust habe zu posten


1. Ich zwinge mich nicht mehr sofort.
Zwang produziert leeren Content. Und leere Posts fühlen sich hohl an.

2. Ich frage mich: Was brauche ich gerade wirklich?
Ruhe? Inspiration? Abstand? Ein ehrliches Gespräch statt eines Karussells?

3. Ich erlaube mir unsichtbar zu sein.
Sichtbarkeit ist eine Entscheidung, kein Zustand, den man auf Dauer halten muss.

4. Ich poste erst wieder, wenn ich etwas zu sagen habe – nicht nur etwas zu zeigen.

5. Gönn dir eine Pause

Manchmal braucht man auch einfach „Urlaub“ vom Posten, vom Analysieren der neuesten Trends und Hypes.

6. Konzentration auf andere Dinge
Wenn die Flaute da ist, hilft es sich auf andere Dinge zu fokussieren. Lesen, häkeln, zocken…
Was macht dir Freude?
Möchtest du vielleicht sogar ein neues Hobby probieren?

7. Erinnere dich, warum du angefangen hast
Was hat dich damals motiviert?
Was bereitet dir Freude daran?

8. Lies nicht für andere
Hypes können ansteckend sein. Es kann schmeichelhaft sein, wenn man von Autoren angefragt wird, ob man ihr Buch lesen möchte. Aber immer nur für andere lesen und rezensieren, kann nur kurzfristigen Spaß machen, aber auf langer Sicht wirkt es dann nur noch wie Arbeit.

9. Meine Meinung nach anderen richten
Buch nicht gefallen?
Lesen ist Geschmackssache und nicht jedes Buch muss gefallen. Vor allem dürfen auch Hype Bücher nicht gefallen. Wenn du deine Meinung nur nach anderen richtest, verlierst du dich selbst.

10. Überdosis incoming
Ein lang ersehntes Buch erscheint, Blogger posten nichts anderes mehr und es gibt so viele Buddy-Reads dazu. Und du hast keine Lust dich dem Hype-Train anzuschließen?
Das ist okay.
Hypes kommen und gehen. Heutzutage sind sie nicht mehr so langlebig wie früher.

11. Löse dich vom Alten
Trau dich und nutze die Auszeit, um Ordnung zu schaffen. Wenn im Kopf Chaos herrscht, sortiere dein Leben.
Löse dich von Sachen, die du nicht mehr trägst, liest oder die dir gefallen. Löse dich von den Kleidungsstücken, die zu klein oder zu groß geworden sind. Löse dich von Büchern, die nur noch auf dem Stapel der Schade verstauben statt gelesen zu werden.




Ein Gedanke für dich

Wenn du gerade keine Lust hast zu posten, stell dir nicht die Frage:
„Was erwarten die anderen?“
Sondern: „Was will ich gerade bewahren?“

Deine Kreativität? Deine Freude am Lesen? Deine mentale Ruhe?

Manchmal ist Nicht-Posten kein Schweigen, sondern ein Innehalten in einer Welt, die ständig sendet und uns mit Informationen flutet.


Wenn du magst, erzähl mir:
Hast du gerade keine Lust zu posten? Oder kämpfst du mit dem Gefühl, „müssen“ zu müssen?




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