Mittwoch, 26. August 2026

Doppelmoral beim Essen



Wir kennen dieses Bild auch aus Serien wie Gilmore Girls. 🍕☕

Lorelai und Rory Gilmore leben gefühlt von Pizza, Burgern, Süßigkeiten und Kaffee. Ihr Essverhalten ist kein Makel. Sie sind die Frauen, die richtig reinhauen können und trotzdem dem Schönheitsideal entsprechen.

Aber wäre dieses Essverhalten genauso charmant geschrieben worden, wenn beide dick gewesen wären?



Ich weiß noch, wie oft ich unterwegs Hunger hatte und trotzdem nichts gegessen habe. Ich weiß noch, dass ich in der Schule kein Essen und Trinken dabeihatte.

Nicht, weil ich keinen Appetit hatte.

Nicht, weil ich auf Diät war.

Sondern weil andere Menschen da waren.

Also habe ich gewartet und ausgehalten, bis ich zu Hause war. Bis ich unbeobachtet war. Bis Essen wieder etwas Privates war.

Und rückblickend finde ich genau das ziemlich erschreckend.

Denn niemand sollte sich einen vermeintlich „sicheren“ Ort suchen müssen, um ein menschliches Grundbedürfnis zu erfüllen.



Das Problem daran ist auch: Irgendwann braucht es nicht einmal mehr einen tatsächlichen Kommentar.

Wenn man oft genug erlebt oder gesehen hat, wie über dicke Körper gesprochen wird, beginnt man irgendwann, die Kommentare vorwegzunehmen.

Man trägt die mögliche Bewertung bereits im eigenen Kopf mit sich herum. Beim Bestellen. Beim Einkaufen. Beim Essen. 🍽️






Heute weiß ich:
Ich muss mir Essen nicht verdienen und ich muss vor niemandem beweisen, dass das Essen auf meinem Teller zu meinem Körper passt.

Vielleicht sollten wir deshalb viel weniger darüber sprechen, was dicke Menschen essen und viel mehr darüber, warum wir ihnen überhaupt das Gefühl gegeben haben, sich dabei beobachtet fühlen zu müssen.








Habt ihr schon einmal etwas nicht gegessen oder bewusst etwas anderes bestellt, weil ihr Angst hattet, was andere über euch denken könnten? 💭




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